Angehört: Daniel Decker – Enklave

Ich hab‘ mir in den letzten Tagen immer und immer wieder die EP „Enklave“ von Daniel Decker angehört.
Fünf Lieder umfasst „Enklave„, jedes Lied geht in eine andere Richtung.
Sowohl musikalisch als auch emotional.

Enklave
Impulsiver, schraddeliger Gitarren-Schlagzeug-Mix:
Vermittelt und fordert Freiraum, prangert gleichzeitig an, möchte was verändern.
Der aktuelle Zustand wird bemängelt, Veränderung gefordert.
Auch das Lied verändert sich: Steht am Anfang eher Verzweiflung, vermittelt es Hoffnung auf Veränderung und man ist am Ende optimistisch, seine eigene Enklave zu finden.

Die Geister  mit denen ich schlief
Während man bei „Enklave“ noch mehr oder weniger fröhlich mitwippt, bekommt man bei „Die Geister mit denen ich schlief“ direkt mal die „Negative-Stimmungskeule“ auf denn Kopf gehämmert.
Verstörende, verzerrte Hintergrundgeräusche, ein „Summen der Apokalypse“ zieht sich durch das ganze Lied.
Kräftige Beats vermitteln Aggression, gleichzeitig aber auch Wehmut und Entäuschung. Der Text verstärkt diesese Gefühl zusätzlich, ebenso die verzerrte Gitarren-Sounds.
Auf der einen Seite macht das Lied traurig, auf der anderen Seite baut es einen aber auch wieder auf – es fließt Energie. Seltsam. Aber gut.

22:22 Uhr
Punkig, weniger Gesang, eher Sprechgesang. Aber kein Rap.
Unzufriedenheit über das eigene Ich, über die Gesellschaft.
Es wird gemeckert, eine Telegramm der Verdrossenheit und Aversion.

Vorstadt-Junge
Hier geht es musikalisch wieder in eine ganz andere Richtung.
Synthie-Pop pur. C64 meets Major Tom. Dazu eine Portion Klavier.
Auch hier ist wieder eine gewisse Wehmut zu spüren, welche aber durch die Synthie-Untermalung wieder aufgehoben wird und einen das Lied als eher als fröhlich, optimistisch empfinden lässt.

Langsames Gift
Nachdenklich fängt „Langsames Gift“ an, die Gesellschaft wird hinterfragt.
Doch die anfängliche Melancholie wird Stück für Stück weggefegt, das Lied nimmt immer mehr an Geschwindigkeit zu. Auch inhaltlich wird der Text optimistischer und spätestens wenn es heißt „Der Himmel tut sich auf“ weiß man: Das wird doch noch ein schöner Tag. Getoppt wird die Glückseligkeit am Ende dann nur noch durch den Engels-Chor und das elfenhafte Geklimper.

Insgesamt ein schönes Album, eine Achterbahn-Fahrt durch die gesamte Gefühlswelt.
Mehr Infos zu Daniel Decker gibt es auf der offiziellen Internetseite unter www.daniel-decker.de

Zum Schluss noch das Video zu „Die Geister mit denen ich schlief“:

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.