Threema – Die verschlüsselte Messenger-Alternative zu Hike und WhatsApp

Threema-Internetseite

Von @dhaunsch bin ich heute auf Twitter auf die Messenger-App „Threema“ aufmerksam gemacht worden.

Nachdem ja News bzw. Gerüchte die Runde machten, dass Facebook eventuell Interesse an der Messanger-App „WhatsApp“ hat, ging die große Suche nach WhatsApp-Alternativen los. Doch leider gibt es die bisher noch nicht so wirklich. Ein Lichtblick war „Hike“ – doch fehlt hier beispielsweise (noch) die Verschlüsselung der Nachrichten. Aber nun scheint es eine wirkliche Alternative zu WhatsApp zu geben und zwar von unseren Nachbarn aus der Schweiz: „Threema„.

Diese App bietet eine „echte End-to-End“-Verschlüsselung an, welche sicher stellt, dass wirklich nur die beteiligten Kommunikations-Partner die Nachrichten lesen können.

Threema - Schlüssel erstellen

Zu diesem Zweck erstellt man einmalig beim ersten Start der App einen zufallsgenerierten Sicherheitsschlüssel (dazu „malt“ man planlos auf einem kleinen Quadrat mit dem Finger hin und her), den man dann an seine Kontakte verteilen kann. Diesen Schlüssel kann man entweder öffentlich verteilen, ausgewählten Leuten zukommen lassen oder – wer es ganz sicher mag – kann seinen Gesprächspartner bei einem persönlichen Treffen einen QR-Code der von der Threema-App angezeigt wird scannen lassen. Dieser Kontakt erhält dann auch die höchste Sicherheitsstufe (Stufe 3) von drei möglichen Stufen (Stufe 1: ID vom Server empfangen, ohne dass der Kontakt im Adressbuch vorhanden ist. Stufe 2: ID vom Server empfangen und Kontakt ist im Adressbuch. Stufe 3: Kontakt per QR-Code hinzugefügt).

Seine eigene Identität weist man per Telefonnummer (man bestätigt einen SMS) und/oder per Mail-Adresse (man bestätigt einen Link) nach.

Nach einem ersten, kleinen Test macht Threema einen echt guten Eindruck. Neben normalen Nachrichten kann man außerdem Bilder übertragen und seinem Gegenüber Location-Daten schicken – und das, wie am Anfang schon erwähnt, komplett verschlüsselt (asymmetrischen ECC-Schlüssel, 255 Bits lang). Selbst der Serverbetreiber kann diese Daten nicht entschlüsseln.

Symbole im Nachrichten-Fenster informieren über den Nachrichten-Status: ob die Nachricht gerade unterwegs ist, ob die Nachricht gesendet wurde, ob sie beim Empfänger angekommen ist und ob sie gelesen wurde. Oder auch, ob es zu einem Fehler beim Senden kam. Zusätzlich kann der Empfänger Nachrichten durch langes angetippt halten diese explizit bestätigen.

Threema ist knapp 5 MB groß und es gibt sie kostenlos für € 1,79 in Apples App Store.

Mehr Infos zur App gibt es auch auf der Hersteller-Seite unter threema.ch

Das ist momentan auch noch ein kleiner Wermutstropfen: aktuell gibt es die App nur für iOS. Aber ich denke, dass weitere Telefon-Betriebssystem noch folgen werden. Gute Nachricht: Threema gibt es nun auch für das Android-Betriebssystem.

Auch noch lesenswert: eine gute Übersicht, welcher Messenger welche Features besitzt, gibt es in einem Artikel von Oliver auf taptoplay.de

11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Die App funktioniert tadellos, bietet endlich das technisch machbare Niveau an Datenschutz! Jetzt müssen wir hoffen, dass sie sich rasch verbreitet und dass bald mind. eine Android-Version folgt… sonst wird sie sich nicht durchsetzen! Also: downloaden, testen und weiterempfehlen!

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  4. Aber nur weil Facebook Interesse an WA hat muss man sich nun n anderen Client suchen?! Erstmal abwarten, was passiert 🙂

  5. Threema löst das Problem Datenschutz, allerdings auf Kosten andere Funktionen, die z.B. bei mir eine relevante Rolle spielen:

    – Threema funktioniert nur auf genau einem Gerät. Eine ID kann nicht auf mehreren Geräten verwendet werden. iPhone und iPad und verschiedene Macs funktionieren nicht.
    – Threema funktioniert am Desktop gar nicht. Es ist nur für eine Kommunikation zwischen mobilen Geräten ausgelegt.
    – Threema unterstützt keine Gruppenchats.

    Ich hatte das hier einmal zusammen geschrieben: http://www.taptoplay.de/post/55615543940/threema-und-co

  6. @Calimero: Hauptgrund für die Nutzung von Threema ist für mich die Verschlüsselung. Und: ich muss auch nicht unbedingt meine Handy-Nummer rausgeben, es reicht, wenn der andere meine Threema-ID hat.

    @Oliver: Ja, ok, das mit dem „nur auf genau einem Gerät“ ist etwas nervig. Wobei ich für Nachrichten eh nur mein iPhone benutze und diesen Punkt nicht ganz so „schlimm“ finde. Den Gruppenchat dagegen vermisse ich schon sehr. Hoffentlich kommt da bald mal ein Update, welches dieses Feature beinhaltet.

    Deine Artikel verlinke ich mal in meinem Beitrag, ok? 😉

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